Soi 4 Pudel (Teil 1)
Da ich sowieso mit einigen Straßenprojekten ganz in der Nähe meines Zuhause befasst bin, wurde es mir während des vergangen Jahres zur Gewohnheit mich um einige Problemfälle unter den Hunden meines Moo Baans (Wohnanlage) zu kümmern. Ich bin froh, dass sich unsere Vermieterin inzwischen dazu entschlossen hat, mich eher auf solche Fälle hinzuweisen als dass sie die Dinge in die eigenen Hände nimmt und beispielsweise für unerwünschte Hunde Gift auslegt, was in der Vergangenheit schon der Fall war, wie mir von einigen Anwohnern hier zugetragen wurde. Frustrierend bei solchen Vorfällen ist, dass man nichts beweisen kann und selbst wenn ich es könnte, gäbe es nichts was ich dagegen tun kann, denn in Thailand besteht hier ein bedauerlicher Mangel an Gesetzen gegen Tiermissbrauch. Ich kann nur versuchen ihr aufzuzeigen, dass es andere Möglichkeiten gibt solche Probleme zu lösen und I predige ihr jedes mal, wenn sie zu mir kommt, dass sie mir nur ausreichend Zeit geben muss eine Lösung für die jeweilige Situation zu finden.
Vor einigen Monaten erwähnte meine Vermieterin mir gegenüber, dass in Soi 4 (Querstrasse 4) meines Moo Baan einige schwarze Welpen herumstreunen, um die sich scheinbar niemand kümmert. An einem Tag machte ich mich an eine kurze Überprüfung, doch ich konnte sie nicht entdecken, allerdings wurde mir von einem Nachbarn erzählt, dass sie doch eine Besitzerin hätten und man wies mich auf ihr Haus hin. Beim nächsten Mal als ich meine Vermieterin sah, erzählte sie mir, dass sie mit dieser Besitzerin gesprochen hätte und sie ihre 4 Hunde nicht mehr länger behalten wollte…also wieder los, um Hunde und Besitzerin ausfindig zu machen.
Was Ich vorfand war äußerst traurig. Ein weißer und ein schwarzer Pudel oder vielleicht sollte ich besser sagen 2 Gestalten mit komplett verfilzten Dreadlocks. Sie waren von Zecken befallen und die schwarze Pudeldame hatte einen stetigen Ausfluss der aus ihrer Vagina tropfte. Die Hinterbeine waren nach außen verbogen, was bei ihr zu einem recht gekrümmten Gang führte.

Dann erschienen noch die 2 schwarzen Welpen, der Gesundheitszustand aber besser war. Sie hatten weit mehr Energie und sahen nicht so deprimiert aus wie die beiden Anderen. Beides sind Bruder und Schwester.
Mein erste Reaktion auf solche Situationen ist Wund & Ekel, wie kann jemand so unverantwortlich sein und seine Tiere in so einen Zustand kommen lassen, damit ihnen Leiden verursachen bzw. dann nichts dagegen unternehmen.
Eine Diskussion mit der Besitzerin brachte die Bestätigung, sie wollte sie wirklich nicht länger behalten oder hatte auch nur die Zeit dafür, sich um sie zu kümmern. Wie sich die Geschichte so vor mir ausgebreitete, musste ich mich mehr und mehr wundern, über dass was sie mir erzählte und darüber das ihr überhaupt gestattet war Haustiere zu halten. In meinem Heimatland hätte man sie strafrechtlich verfolgt und ihre wäre verboten worden weiter Tiere zu halten. Sie erklärte, dass sie wegen ihres Berufs öfter bis zu 1o Tage von daheim weg wäre. Niemand sei da, um die Hunde zu füttern, sie würde ihnen aber Futter da lassen…für 10 Tage!!!!
Das schien für sie die normalste Sache von der Welt und erst als ich von den Schwierigkeiten sprach, die daraus erwachsen können, zeigte sie tatsächlich so etwas wie Mitgefühl.
Ergab sich diese Situation aus einem Mangel an Bildung betreffen der notwendigen Fürsorge für Haustiere ? War es ein Fall von sich Sorgen am Anfang, um später das Interesse zu verlieren?
Hat sich die Lage durch die Entwicklungen in ihrem Beruf verändert, was dazu führten, dass sie sich nicht mehr kümmern konnte? Wer weiß!?
Lulu ist die schwarze Pudeldame, 1Jahr und 7 Monate alt.
Tatsächlich hatte die Besitzerin sogar Geld für sie ausgegeben und sie gekauft, nur um sie so enden zu lassen. Unglaublich!
All ihre Hunde sind sich selbst überlassen und können in der Gasse herumstreunen wo sie wollen, keiner von ihnen ist sterilisiert, also stammen die beiden Junghunde, denen ich die Namen Adam & Eve gab, von Lulu, doch der Vater ist natürlich unbekannt. Sie sind inzwischen 8 Monate alt.
Mimi ist die weiße Pudeldame, sie ist ein Jahr alt.
Ich erklärte der Besitzerin, dass ich helfen würde ein neues Zuhause für sie zu finden, aber in dem bedauernswerten Zustand, in dem sie sind, können wir niemanden für ihre Adoption finden und das man sich zunächst um ihre gesundheitlichen Probleme kümmern müsste. Am allerwichtigsten sei allerdings, das alle 3 Weibchen baldmöglichst sterilisiert würden oder wir stünden vor einer ganz neuen Situation.
Da die beiden Pudel in einem so traurigen Zustand waren, entschied ich, mich zunächst auf sie zu konzentrieren und sie auf die Liste der Sterilisationen der nächsten Woche bei CareforDogs setzen zu lassen.
Am folgenden Tag kam ich erneut vorbei, um sie alle zu impfen, doch da mir Lulu sehr krank vorkam, machte ich bei ihr eine Ausnahme, denn die Impfungen wären bei ihr nicht so wirksam gewesen.
Die nächste Wendung in den Ereignissen war wie das Sahnehäubchen auf dem Kuchen, die Geschichte nahm einen immer erschreckenderen Verlauf.
Ich hatte eine Unterhaltung mit dem Nachbarn und der Besitzerin, bei der mir gesagt wurde, dass es Lulu nicht gut gehen würde. Sie dachten, dass sie vielleicht tote Welpen in sich tragen würde und sie wäre schon eine Weile in diesem Zustand und NIEMAND DACHTE DARAN SIE ZUM TIERARZT ZU BRINGEN!! Sie gründeten ihre Theorie darauf, dass sie sich so plagen würde, sie raus zu bekommen. Es wurde noch schlimmer…die Tochter des Nachbarn hatte Lulu eine Spritze zur Empfängnisverhütung gegeben, nachdem sie beobachtet hatte, dass ein Rüde sie bestieg, die Tochter hat keinerlei medizinische Erfahrung.
Ich denke der Anblick meines Gesichtsausdruck war ausreichend, um ihnen meine Überraschung zu vermitteln. Ich brachte Lulu & Mimi sofort in meinen Wagen, um mit ihnen in die Klinik zu fahren.

Fortsetzung folgt!
Kategorie: Strassen und Tempel
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Teresa " In der Lage zu sein so viele Hunde wie nur möglich aus dieser Lage zu befreien und ihnen ein bessere Leben zu ermöglichen, voll der Liebe und dem Mitgefühl, das sie verdienen, gibt mir ein starkes Gefühl der Befriedigung. Welpen zu sehen, die ohne viel Hoffnung doch den Weg aus Hunger und Schwäche zu einem lebenswerten Leben finden und Hunde, die bei jeder plötzlichen Bewegung gezittert haben, plötzlich nach der Rettung durch uns so anhänglich werden oder Staupekranke mit wenig bis gar keiner Hoffnung, die sich dennoch vollständig erholen, das alles entschädigt für die harte Arbeit bei Care for Dogs.[More]"
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