Über heimatlose Hunde

Ein bisschen Hintergrundinformation

Hunde zweiter Klasse

Welpen werden im allgemeinen als wuschlige, süße, verspielte kleine Bündel an Fröhlichkeit geboren, die man liebt um sich zu haben.

Hier in Chiang Mai wie an vielen anderen Plätzen in Thailand und überall in der Welt, wo Tierschutz keinen hohen Stellenwert auf der Werteskala von Menschen hat, gibt es einfach zu viele Welpen. Es gibt positive Beispiele von verantwortungs- und liebevollen Hundefreunden , die sich sehr um ihre eigenen und selbst um heimatlose Hunde kümmern, aber leider gibt es auch viele Fälle von vernachlässigten Tieren.

Kleine Fellbündel auf Tiermärkten als gut verkäufliche Verbrauchsgüter, häufig gezüchtet und gehalten unter entsetzlichen Zuständen, sind eine trauriger aber real existenter Zustand. In einem Land, wo das Verhalten oft jedem Sicherheitsgedanken und dem gesunden Menschenverstand widerspricht, kann man täglich Menschen auf ihrem Motorroller sehen mit einem Pudel oder einem anderen Schoßtier die Vorderpfoten auf dem Lenker gestützt, die Hinterbeine auf den Knien des Fahrer, manchmal sogar noch einen Regenschirm über dessen Kopf. Größere Hunde, die nicht auf Bildern eines Zuchtbuchs erscheinen werden nicht so bereitwillig als Haustier oder Familienhund angenommen, das obwohl, seine Majestät König Bhumipol von Thailand durch die Adoption von Straßenhunden ein Beispiel gesetzt hat und andere ermutigt diesem Beispiel zu folgen, sogar ein Buch und Videos über seinen Lieblingshund “Tongdaeng” wurden von ihm veröffentlicht. Aber immer noch wird in vielen Haushalten ein “Thaihund” zwar als ideal angesehen, um als Wachhund im Garten oder sonst ausserhalb des Hauses zu dienen, aber im Haus leben dürfen nur Rasse- oder Schoßhunde.

Ausgesetzt  in Strassen und Tempeln

Herrenlose Hunde sind zu einem Großteil für die Vielzahl an jungen Hunden verantwortlich, die man auf der Suche nach Futter und Schutz umherirren sieht, allerdings sind (Schlüsselkind-) Familienhunde in gleichem Maße beteiligt. Diese Hunde sind meist nicht sterilisiert und im Freilauf. Welpen, die als Nachkommen dieser Familienhunde entstehen, findet man eher ausgesetzt an Tempeln oder anderen öffentlichen Plätzen als dass sie ein neues Heim bei einem Freund oder Nachbarn finden. Tatsache ist, dass wenn die Leute Care for Dogs kennen, sie manchmal versuchen heimlich einen weißen Reissack voll solch kleiner Fellbündel am Tor abzuladen.

Leider gibt es bereits zu viele “hoffnungsloser” Hunde und wenn man Märkte, Ladenparkplätze oder andere öffentliche Bereiche besucht, an denen morgens oder abends  etwas Futter zu finden ist, wird man sie auf ihrer Suche nach Nahrung herumwandern sehen.

Ausgesetzt an Tempeln kämpfen sie ums überleben, gelingt es ihnen ohne selbst als Nahrung zu dienen und ein wenig eigenes Futter zu ergattern, werden sie zur Masse ihrer Leidensgenossen stoßen. Bei diesen Plätzen handelt es sich nicht um tropische Postkartenidyllen, sondern um schlimme, düstere, mitleiderregende Gegenden. In einigen Tempeln findet man buchstäblich hunderte und dies nicht, weil die Mönche Hunde besonders mögen würden, sondern weil sie durch ausgesetzte Hunde unverantwortlicher Besitzer schlicht  überlaufen werden. Tatsächlich wollen einige von ihnen diese Hunde los werden, egal mit welchen Mitteln.

Situation in unserem Tierheim

Trotz der stetigen Zahl an Adoptionen, bleibt die Anzahl der Bewohner unseres Heims unverändert hoch. Dies wegen der stetigen Anstrengungen durch das Team von Care for Dogs lieber ein neues zu Hause für weitere ausgesetzte Welpen zu suchen als zuzusehen wie sie verhungern oder auf den Strassen sterben oder einfach als neues Mitglied in die “Gemeinschaft” der tausenden Anderen dazuzustossen, die bereits ein Leben ohne Hoffnung fristen. Das gegenwärtige zur Verfügung stehende Budget und der vorhandene Platz im Heim erlaubt die Unterbringung von durchschnittlich etwa 80 Hunden (jung und alt). Es wären Hunderte, wenn das Heim alle Hunde annehmen könnte, die uns angeboten werden, deshalb versucht unser Team sich auf die dringlichsten Fälle zu konzentrieren, so schwer es uns fällt. Einige Hunde kommen nur zur Sterilisation und Behandlung zu uns, um uns anschliessend wieder zu verlassen. Einige gelangen zu uns, um sie zur Adoption vorzustellen, einige wurden aus der akuten  Gefahr umgebracht zu werden gerettet. Andere Hunde jedoch landen in traurigem Zustand in unserem Heim aus einem der nachfolgenden Gründe.

Die Realität auf den Strassen und in Tempeln

  • Hunde werden oft von Autos oder Motorrädern verletzt, überfahren , während sie unter einem Wagen oder am Strassenrand schlafen. Care for Dogs erhält oft Hunde von jemandem, der einen Hund in furchtbarem Todeskampf nach einem Unfall vorgefunden hat. Manchmal werden die Tiere von diesen Menschen direkt zu einem Tierarzt gebracht oder sie suchen unsere sofortige Unterstützung entweder bei den Kosten der medizinischen Behandlung oder bei Transport und Unterbringung.  Manchmal bleiben die Hunde in unserem Heim zur Erholung und anschließend – sobald sie gesund sind – werden sie in die Gegend zurückgebracht, aus der sie gekommen sind. Manchmal hält die Person, die sie gefunden hat ein Auge auf sie. Und in seltenen , glücklichen Fällen werden sie von diesen Menschen in ihre Familien als Haustier aufgenommen. Verletzungen und Krankheiten (z.B.    Staupe oder Parvovirus) und die Folgen des harten Lebens auf der Straße, tötet viele Hunde. Gebrechen wie beispielsweise  Nervenschäden, gebrochene Knochen, ausgekugelte Gelenke, faulende, offene Wunden und eine ganze Liste anderer Ursachen führt zu einem verkürzten Leben dieser Hunde. Im manchen Fällen erscheint ein früher Tod eher als Erlösung. Manchmal werden Hunde von Leuten ,die sie auf der Straße gefunden haben, zu uns gebracht in der Erwartung dafür eine Belohnung  beanspruchen zu können.
  • Wenn Care for Dogs von einem Hund Kenntnis erlangt, der unter einem gesundheitlichen Problem leidet, dem mit der richtigen Behandlung beigekommen werden kann, versuchen wir als erstes Leute aus seiner Gegend zu finden, um diesen zu zeigen wie sie dem Hund z.B. mit der Gabe von Medikamenten vor Ort helfen können, sei es ein Tempel oder ein Autoparkplatz. Wenn wir jedoch einen Hund vorfinden, der unter wirklich ernsten  Problemen leidet , bringen wir ihn im Rahmen einer Rettungsaktion zu uns ins Heim  und   versorgen ihn mit der Behandlung , die er benötigt. Traurigerweise  handelt es sich bei einem wirklich  hohen Anteil der Hunde, die “zur Behandlung aufgenommen” wurden, um vernachlässigte Tiere, die eigentlich einen Besitzer haben.

The Winning Team

Wir wissen das heimatlose und gefühlskalte Straßenleben ist hart für die kranken, verletzten oder älteren Hunde. Diese Individuen sind keine wahrscheinlichen Adoptionskandidaten   besondes mit der Last einer angeschlagenen Gesundheit, Narben, die ihnen das Leben schlug und in einem Zustand, der sie uns nicht mehr länger als süße kleine Fellbündel betrachten lässt.  Das führt in Folge der Rettungsaktivitäten von Care for Dogs dazu, dass wir einige Hunde mit armseligen Aussehen zu uns ins Heim aufnehmen, selbst wenn ihre Adoptionschancen gering sind, wenigstens können wir ihnen so etwas Lebensqualität zurückgeben.

Folgen Sie diesem Link zu Geschichten von Hunden mit besonderen Nöten in unserem Heim (Englisch)

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